Stein und Wein am Oberrhein -
Kultur und Natur historischer Terrassenlandschaften in Südbaden
06. Juni: Ankunft in Staufen, Der Weinberg als Denkmal
Anfahrt: Staufen bis: 14:00 Uhr
Empfang auf dem Staufener Marktplatz um 15:00 Uhr. Anschließend Wanderung zum imposanten Schlossberg. Dort lernen wir die Geschichte dieses denkmalgeschützten Terrassenweinbergs kennen und erkunden seine Pflanzen- und Vogelwelt. Nach einem leckeren Spargelessen hält Dr. Franz Höchtl vom Institut für Landespflege der Universität Freiburg am Abend einen Vortrag über die Kulturgeschichte, Flora und Fauna der jahrhundertealten Weinberg- und Ackerterrassen in Südbaden.
07. Juni: Die Landschaft als Lesebuch
Fahrradtour von Staufen nach Ballrechten-Dottingen und Sulzburg; am Abend Weinprobe mit Vesper im Öko-Weingut.
Der Ballrechten-Dottinger Castellberg
Der Castellberg ist einer der bedeutendsten Steillagenweinberge und besten Reblagen im Südbadischen Markgräflerland. Der Beginn seiner Nutzung reicht rund 3000 Jahre zurück. Mit Trockenmauern gestützte Terrassen bedecken ca. drei Hektar seines Süd- bzw. Südwesthanges. Markgraf Karl Friedrich von Baden ließ den Castellberg im Jahr 1784 im Zuge der Einführung der Gutedelrebe im Markgräflerland in Stand setzen. Wie historische Quellen belegen, bezeichnete er den von dort kommenden Wein als seinen „Mundwein“. Auf Grund der besonderen geschichtlichen Bedeutung besteht am Erhalt des Trockenmauer- und Treppenbestandes des Castellbergs öffentliches Interesse, so dass er in die Denkmalliste des Landes Baden-Württemberg aufgenommen wurde. Nutzungs- und Witterungseinflüsse setzten den Mauern und Treppen im Lauf der Zeit derart zu, dass man sich im Jahr 2005 zu einer umfangreichen Sanierung entschloss. In einer Kooperation aus Winzerinnen und Winzern, von Politik, Verwaltung und Wissenschaft sowie der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, gelang es schließlich, die notwendigen finanziellen Mittel hierfür – rund eine Million Euro – aufzubringen. Die Instandsetzungsarbeiten sind inzwischen weitgehend abgeschlossen. Neben den Weinbergselementen werden wir im Rahmen unserer Fahrradtour auf weitere spannende Spuren der Vergangenheit treffen, die es im Gelände zu erkunden gilt.
08. Juni: Kostbarkeiten südlicher Gefilde
Wanderung vom Bahnhof zum Naturschutzgebiet (NSG) Isteiner Klotz, dann entlang des Klotzrandes, über die Hochfläche durch die Weinberge zum Kalkwerk Istein.
Vesperpause als Picknick in den Weinbergen
Vom Kalkwerk zum NSG Totengrien sowie zu den Isteiner Schwellen
Rückkehr zum Bahnhof Istein
09. Juni: Terrassierte Allmenden im Südschwarzwald
Am vierten Tag unserer Reise verlassen wir die wärmebegünstigten Lagen am Rhein und begeben uns in den Schwarzwald. Denn terrassierte Landschaften gibt es auch dort, speziell im Südschwarzwald. Besonders eindrucksvoll sind die Hangterrassen von Häg-Ehrsberg, einem Dorf, das nahe Zell im Wiesental liegt. Zwischen 700 bis 900m ü. NN sind die Talhänge von Terrassenstrukturen durchzogen, deren Form, Gleichmäßigkeit und Ausmaß deutlich ins Auge fallen.
10. Juni: Vulkankuppen und Lösstäler - Bienenfresser und Wiedehopf
Etwa 15 Kilometer trennen den Schwarzwaldrand vom Kaiserstuhl mitten im Oberrheingraben. Ein Exkursionstag mit dem ehemaligen Leiter des Naturzentrums Kaiserstuhl – Dr. Thomas Coch – führt Sie in die ungemein vielfältige Landschaft der Vulkankuppen und Lösstäler ein. Mit dem Bus geht es zunächst zum Vogelsangpass oberhalb von Bötzingen. Eine 2-stündige Wanderung durch die ausgedehnte Trockenwiesenlandschaft des Haselschacher Bucks gibt Ihnen en passant Einblick in die naturkundlichen Besonderheiten des Gebiets und erste Beobachtungsmöglichkeiten für Schmetterlinge und Raritäten der Flora. Am Badloch widmen wir uns der vulkanischen Entstehungsgeschichte und werden Zeugen letzter vulkanischer Aktivitäten. Nach einer Vesperpause gilt der Nachmittag den traditionell strukturierten Rebterrassen rund um Achkarren. Hier bestehen gute Chancen zur Beobachtung von zwei Wappenvögeln des Kaiserstuhls, dem Bienenfresser und dem Wiedehopf. Die kleine Wanderung führt Sie auch durch einen typischen Kaiserstühler Lösshohlweg. Den themengerechten Abschluss findet der Tag bei einem deftigen Winzermahl in einem Öko-Weingut.
11. Juni: Geschichte und Natur in der Breisgaumetropole Freiburg
Den Tag beginnen wir mit einer gemütlichen Führung durch die Altstadt der Breisgaumetropole Freiburg.
Im Rahmen unserer Reise besuchen wir das altehrwürdig Münster und die romantische Freiburger Altstadt. Wir beobachten Alpensegler, die in Freiburg mit ca. 100 Paaren brüten und „plantschen“ in den Bächle, dem historischen Bewässerungssystem der Breisgau-Metropole. Am Nachmittag werden die steilen Terrassen des an seiner Südseite mit Reben bepflanzten Schlossberges erklommen. Den Tag beschließen wir mit einem gediegenen Abendessen in einem der gemütlichen Freiburger Gasthöfe.
12. Juni: Spurensuche am Schönberg: Wanderung im Naturschutzgebiet Jennetal
Südlich der Freiburger Bucht erhebt sich der Schönberg. Er ist Teil der Vorbergzone, die den Schwarzwald an seinem westlichen Abbruch in den Oberrheingraben begleitet. Durch seine Lage am Rande der klimatisch begünstigten Rheinebene zählen vor allem die süd- und westexponierten Hänge dieses Berges zu den wärmsten Gebieten Deutschlands. Bis in eine Höhenlage von ca. 400 m ü. NN sind die Winzerdörfer von Weinbergen umgeben. Oberhalb der Höhengrenze des Weinbaus schließen sich meist Wiesen an, durchsetzt von Kleingärten, Streuobstwiesen, Hecken und Steinriegeln.
Den Morgen des letzten Tages widmen wir dieser strukturreichen Kulturlandschaft. Im Naturschutzgebiet Jennetal suchen wir nach Relikten des einstigen Weinbaus, nach verfallenen Trockenmauern, alten Weinterrassen und Steinriegeln und erkennen dabei den Wandel der Kulturlandschaft. Die besondere Zierde dieses Naturschutzgebiets sind die Halbtrockenrasen und Saumbestände. Die einschürigen und artenreichen Wiesen bevorzugen die hängigen Lagen in Südexposition. Sie beherbergen zahlreiche, z. T. seltene Orchideenarten mediterraner Herkunft wie verschiedene Knabenkraut- und Ragwurzarten. Die Bocks-Riemenzunge und das Brand-Knabenkraut seien stellvertretend erwähnt. Der Schönberg ist zudem ein Lebensraum für seltene Vogelarten, wie Zaunammer und Wendehals. Nach dem Mittagessen in einem nahe gelegenen Gasthof beenden wir unsere einwöchige Kulturlandschaftsreise am frühen Nachmittag.
Anreise: Staufen ist bequem mit der Bahn zu erreichen
Körperliche Anforderungen: Wanderungen bis 8 km, Fahrradtour ca. 18 km
Ausrüstung: Regentaugliche Kleidung und festes Schuhwerk
Preis: 590 € im DZ, EZ-Zuschlag 80 €
Leistungen:
• 6 Übernachtungen mit Frühstück in einem gut-badischen Hotel in Staufen
• 2x Abendessen
• 1x Spargelessen
• 1x Weinprobe mit Vesper beim Öko-Winzer
• Kulturhistorische und naturkundliche Reiseleitung durch das Institut für Landespflege der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg (Dr. Franz Höchtl, Dipl.-Forstwirt Christoph Purschke)
• Sämtliche Transfers mit ÖPNV und in Fahrzeugen der Reiseleitung
• Abend-Vortrag
• Bereitstellung von Fahrrädern an einem Tag
Nicht enthalten:
• Mittagessen
• Anreise bis Staufen/Südbaden, Abreise von Freiburg oder Staufen
Nähere Informationen finden Sie unter:www.birdingtours.de
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