Ballrechten-Dottingen
   
 
 
   
 
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  Castellberg-Projekt Ballrechten-Dottingen
 
   
  Großherzogliches Rebgrundstück am Castellberg ist markiert
 

Schriftliche Dokumentation aus den Jahren 1815-1828 belegen, dass ein großherzogliches Rebgrundstück am Castellberg einen Wein von vorzüglicher Qualität lieferte "der beste im Oberlande Breisgau". Großherzog Karl "Hoechstderoselbst" hat ihn sogar zu seinem "Mundwein" erklärt. Nach Auswertung der historischen Unterlagen kann die Lage des ehemaligen herrschaftlichen Rebgrundstücks jetzt ziemlich genau angegeben werden. In den badischen Farben gelb und rot sind jetzt 4 Rundpfähle montiert, welche diesen Grundstücksbereich am südwestlichen Rebhang markieren.


Literatur: Aktentranskription bearbeitet von H.Graf u. E.Hellwig, 2008

   
  Irispflanzungen am Castellberg
 

Nachbarschaftliche Unterstützung erhielt das Castellbergprojekt von der Staudengärtnerei Gräfin von Zeppelin aus Sulzburg-Laufen. Kostenlos erhielten wir Pflanzgut (Rhizome) verschiedener Irisarten. Unter aktiver Mithilfe der Eheleute Uhl aus Sulzburg wurden die Pflanzungen im August 2008 auf den Mauerkronen der Trockenmauern und an Mauerfüßen etc. ausgeführt.
Am Kaiserstuhl und im Bereich des Isteiner Klotzes sind die Irisgewächse bzw. die Schwertlilien noch weit verbreitet und typisch. Es handelt sich hier um sogenannte „Gartenflüchtlinge“, die ursprünglich aus den Kloster- und Burggärten stammen und durch Auspflanzungen über bäuerliche Hausgärten dann auch in die Rebkulturen gelangt sind.
Die typische Weinbergsiris ist die Deutsche Schwertlilie (Iris germanica) mit wohlriechenden, blauvioletten Blüten. Zu den spät blühenden und seltenen Arten zählt die Holunder Schwertlilie (Iris sambucina).

Herzlichen Dank für die Unterstützung.

   
  Castellberg-Projekt
-Schulkinder der Sonnenbergschule entdecken die Artenvielfalt am Castellberg-
 

Während der Projekttage der Sonnenbergschule vom 18. bis 20. Juni 2008 entdeckten die Grundschulkinder im Rahmen des Aktionsplans Biologische Vielfalt der Landesregierung Baden Württemberg den Lebensraum "Historischer Weinberg" am Castellberg.

In einer gemeinsamen Aktion mit der Sonnenbergschule Ballrechten-Dottingen hat das Ökomobil des Referats für Naturschutz (Regierungspräsidium Freiburg) und das Projekt Historische Weinberge des Instituts für Landespflege (Universität Freiburg) mit den Grundschülern den spannenden Lebensraum Historische Weinberge erforscht.

Besonderes Kennzeichen des Castellbergs sind die Trockenmauern, die zahlreichen geschützten Tier- und Pflanzenarten einen besonderen Lebensraum bieten. Große Aufmerksamkeit legten die Grundschüler auf die in Trockenmauer-Weinbergen vorkommenden und geschützten Zaun- und Mauereidechse sowie Schlingnatter. Diese Reptilien sind besonders auf die Hilfe des Menschen angewiesen und von der Landesregierung in einen 111-Artenkorb aufgenommen worden. Dieser ist Teil eines Aktionsplans zur Sicherung der biologischen Vielfalt in Baden-Württemberg und soll dazu beitragen, gefährdete Tierarten sowie deren Lebensräume zu schützen.

In drei aufeinander folgenden Tagen erkundeten und erforschten die Grundschüler den Lebensraum und die Artenvielfalt des Weinbergs. Mit Hilfe des Reptilienexperten Joachim Laufer vom Amphibien & Reptilien Biotopschutz in Baden-Württemberg konnten die Kinder auf einer Entdeckungstour durch den Weinberg Schlingnatter und Zauneidechse in ihren Lebensräumen ausfindig machen und diese in ihrem natürlichen Umfeld beobachten. Besonders spannend wurde es für die Grundschüler, als Joachim Laufer Schlingnatter, Zauneidechse und Blindschleiche fangen konnte und diese aus direkter Nähe betrachtet werden konnten. Einige der Schüler trauten sich zunächst nicht in die Nähe der Reptilien, beobachteten ihre mutigen Mitschüler dann aus einem Sicherheitsabstand. Doch dann siegte ihre Neugier und schließlich ließen sie die Schlingnatter sogar über ihre Hände kriechen. „Die ist ja gar nicht glitschig!“, bemerkte eine mutige Drittklässlerin. „Eigentlich fühlt sie sich richtig gut an. Gar nicht ekelig!“, erklärte sie einem noch unsicheren Mitschüler und ermutigte ihn, näher zu treten.

Nicht nur Reptilien konnten die kleinen „Forscher“ entdecken. Auch andere Tier- und Pflanzenarten wurden von den Schülern und Schülerinnen der Sonnenbergschule gefunden und unter dem Binokular genauer betrachtet und bestimmt. So konnte ein Schüler der dritten Klasse den immer seltener werdenden Goldlaufkäfer aufspüren, Kim und Rosalie (beide 7 Jahre alt) aus der ersten Klasse die Eigenarten der Weinbergschnecke erforschen.

Interessante Informationen erhielten die Kinder bei ihrer Entdeckungstour auch von dem Fachexperten vor Ort, Herrn Werner Bußmann, der den Kindern die heimische Tier- und Pflanzenwelt am Castellberg sehr anschaulich darstellte.

Herr Hermann Wöhrle, Rektor der Sonnenbergschule, betrachtet das Projekt als vollen Erfolg: „Wir möchten unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, aktiv ihre Umwelt zu erforschen. Die Kinder sind hellauf begeistert. So soll Lernen stattfinden.
Das Ökomobil bietet optimale Bedingungen für solche Projekte.“

Sebastian Schwab
Institut für Landespflege der Universität Freiburg

Brigitte Panhölzl

Gemeinde Ballrechten-Dottingen


Ausgangspunkt der Exkursionen während der Projekttage war der Castellberg-Wanderparkplatz

 

Mit großem Interesse lauschten die Schulkinder den Informationen des Reptilienexperten Joachim Laufer

   
   
 
   
   

Weinbau, Denkmalschutz und Naturschutz im Einklang - Sanierung der historischen Trockenmauern am Castellberg: Regierungspräsident von Ungern-Sternberg lobt Gemeinschaftswerk

Abschlussfeier des 1. Bauabschnitts am 21.12.2007

    Der Mundwein des Markgrafen wuchs seit 1784 am Castellberg. Ein Plan von 1792 belegt das. Regierungspräsident Sven von Ungern-Sternberg (links) bekam ihn zum Abschied und Abschluss des ersten Bauabschnitts beim Castellbergprojekt in Ballrechten-Dottingen von Bürgermeister Bernd Gassenschmidt.

Den Abschluss und den gemeinsamen Erfolg des ersten Bauabschnitts der Sanierung der historischen Trockenmauern am Castellberg zelebrierte die Gemeinde Ballrechten-Dottingen im stilvollen Rahmen in der Castellberghalle und mit badischem Essen für alle, die an dem Projekt beteiligt waren.
„Es ist eine krönende Abschlussveranstaltung meiner öffentlichen Auftritte", freute sich Regierungspräsident Sven von Ungern-Sternberg, der bereits 2005 dieses überregional beachtete Projekt zur Chefsache erklärte. Von Anfang an habe ihn das hochrangige Kulturdenkmal und die historische Landnutzung am Castellberg begeistert, weil hier Denkmalschutz und Naturschutz im Einklang mit den Winzern und einer Verbesserung der Bewirtschaftung stehen. „Das Zusammenwirken von Profis und Ehrenamtlichen, unterstützt durch politischen Flankenschutz, machen das Vorhaben zu einem vorbildlichen Gemeinschaftswerk", so der Regierungspräsident. Sogar Schulen seien mit verankert. Durch den Stellenwert, der dieser Initiative im Rechenschaftsbericht und der Hauszeitschrift des Regierungspräsidiums eingeräumt wurde, seien gute Voraussetzungen für die noch folgenden beiden Bauabschnitte geschaffen worden, meinte er zufrieden.
Eine eindrucksvolle fast zwanzigminütige Film-Dokumentation hatte Erwin Bohn über die Rettung der wertvollen Steillage zusammengestellt. Großes Kino einer beispielhaften Erfolgsstory. Auf die konzertierte Aktion von Bürgerschaft und Politik, Eigentümern und Weinbau, Naturschutz und Denkmalpflege zeigte sich Bürgermeister Bernd Gassenschmidt besonders stolz. Seit Generationen sei die Maßnahme angestanden, aber es fehlte stets an Konzept und Geld. Den Impuls habe 2004 der Arbeitskreis Natur und Umwelt mit dem Sprecher Werner Bußmann gegeben, der bis heute treibende Kraft sei.
Unter Einsatz von 300000 Euro und 1700 ehrenamtlichen Arbeitsstunden diverser Gruppen habe man 2007 innerhalb von sechs Monaten 1400 Quadratmeter Mauer und drei Erschließungstreppen mit 700 Stufen saniert. Das Regierungspräsidium demonstrierte damit eine glaubwürdige Politik, so Gassenschmidt. Auch Staatssekretär Gundolf Fleischer habe versprochen „das packen wir" und Wege geebnet. Gassenschmidt dankte allen staatlichen Stellen, Stiftungen und Sponsoren für Zuschüsse und unbürokratische Hilfe, der Uni Freiburg für die wissenschaftliche Begleitung und der Badischen Zeitung für ihr Patronat.
Sven von Ungern Sternberg, Gundolf Fleischer und Werner Bußmann bekamen für ihr Engagement einen Geschenkkorb mit der Film-DVD und dem „Mundwein" des Markgrafen, der bereits 1784 herrschaftliche Reben am Castellberg anlegen ließ. Das belegt ein Plan von 1792, den der Regierungspräsident als besonderes Abschiedgeschenk erhielt. Der passe in seine umfangreiche Kartensammlung, freute er sich.
Neben den unterhaltsamen Klängen der Senioren von der Schwarzwaldkapelle Münstertal streute das Castellberg-Trio weitere Reverenzen an Sven von Ungern- Sternberg. In einem Liedvortrag wünschten sie ihm mit den Worten von Elli Michler künftig „Zeit". Marianne Ries las schließlich noch ein „Gedicht zum Abschied" von Heimatdichter Paul Nunnenmacher, das ein „Vergelt"s Gott" sagte für die Trockenmauern und den Kreisel, der gegen allerlei Widerstände durchgesetzt werden konnte.Es wurde im „Löffler"-Dorf wieder Mal badische Geschichte geschrieben, bilanzierte Gundolf Fleischer. In neun Jahren habe der Regierungspräsident die Messlatte hoch angelegt, als Anwalt der Gemeinden Interessen gebündelt und dabei die Kür der Kultur nie vergessen. Professor Werner Konold vom Institut für Landespflege sprach auch wissenschaftlich von einem großartigen Ertrag des Castellbergprojektes, der nun auf internationalen Foren präsentiert werde. Ein Kulturgut, das Identität stifte, Heimat vermittle und Brücken zwischen Generationen baue, sah der Regionalverlagsleiter der Badischen Zeitung Lothar Nilfinger als Pate in den Trockenmauern. Die Öffentlichkeit dafür zu sensibilisieren sei eine wichtige Aufgabe. Seit 1983 habe er gewusst, es müsse etwas geschehen, blickte Werner Bußmann auf den Projekt-Reifungsprozess zurück. Er wünsche sich weiter eine so harmonische Zusammenarbeit, die Einbindung der Jugend und einen Mehrwert der Winzer beim Standort- Marketing.

     
     
     
 
           
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