Während der Projekttage der Sonnenbergschule vom 18. bis 20. Juni 2008 entdeckten die Grundschulkinder im Rahmen des Aktionsplans Biologische Vielfalt der Landesregierung Baden Württemberg den Lebensraum "Historischer Weinberg" am Castellberg.
In einer gemeinsamen Aktion mit der Sonnenbergschule Ballrechten-Dottingen hat das Ökomobil des Referats für Naturschutz (Regierungspräsidium Freiburg) und das Projekt Historische Weinberge des Instituts für Landespflege (Universität Freiburg) mit den Grundschülern den spannenden Lebensraum Historische Weinberge erforscht.
Besonderes Kennzeichen des Castellbergs sind die Trockenmauern, die zahlreichen geschützten Tier- und Pflanzenarten einen besonderen Lebensraum bieten. Große Aufmerksamkeit legten die Grundschüler auf die in Trockenmauer-Weinbergen vorkommenden und geschützten Zaun- und Mauereidechse sowie Schlingnatter. Diese Reptilien sind besonders auf die Hilfe des Menschen angewiesen und von der Landesregierung in einen 111-Artenkorb aufgenommen worden. Dieser ist Teil eines Aktionsplans zur Sicherung der biologischen Vielfalt in Baden-Württemberg und soll dazu beitragen, gefährdete Tierarten sowie deren Lebensräume zu schützen.
In drei aufeinander folgenden Tagen erkundeten und erforschten die Grundschüler den Lebensraum und die Artenvielfalt des Weinbergs. Mit Hilfe des Reptilienexperten Joachim Laufer vom Amphibien & Reptilien Biotopschutz in Baden-Württemberg konnten die Kinder auf einer Entdeckungstour durch den Weinberg Schlingnatter und Zauneidechse in ihren Lebensräumen ausfindig machen und diese in ihrem natürlichen Umfeld beobachten. Besonders spannend wurde es für die Grundschüler, als Joachim Laufer Schlingnatter, Zauneidechse und Blindschleiche fangen konnte und diese aus direkter Nähe betrachtet werden konnten. Einige der Schüler trauten sich zunächst nicht in die Nähe der Reptilien, beobachteten ihre mutigen Mitschüler dann aus einem Sicherheitsabstand. Doch dann siegte ihre Neugier und schließlich ließen sie die Schlingnatter sogar über ihre Hände kriechen. „Die ist ja gar nicht glitschig!“, bemerkte eine mutige Drittklässlerin. „Eigentlich fühlt sie sich richtig gut an. Gar nicht ekelig!“, erklärte sie einem noch unsicheren Mitschüler und ermutigte ihn, näher zu treten.
Nicht nur Reptilien konnten die kleinen „Forscher“ entdecken. Auch andere Tier- und Pflanzenarten wurden von den Schülern und Schülerinnen der Sonnenbergschule gefunden und unter dem Binokular genauer betrachtet und bestimmt. So konnte ein Schüler der dritten Klasse den immer seltener werdenden Goldlaufkäfer aufspüren, Kim und Rosalie (beide 7 Jahre alt) aus der ersten Klasse die Eigenarten der Weinbergschnecke erforschen.
Interessante Informationen erhielten die Kinder bei ihrer Entdeckungstour auch von dem Fachexperten vor Ort, Herrn Werner Bußmann, der den Kindern die heimische Tier- und Pflanzenwelt am Castellberg sehr anschaulich darstellte.
Herr Hermann Wöhrle, Rektor der Sonnenbergschule, betrachtet das Projekt als vollen Erfolg: „Wir möchten unseren Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit geben, aktiv ihre Umwelt zu erforschen. Die Kinder sind hellauf begeistert. So soll Lernen stattfinden.
Das Ökomobil bietet optimale Bedingungen für solche Projekte.“
Sebastian Schwab
Institut für Landespflege der Universität Freiburg
Brigitte Panhölzl
Gemeinde Ballrechten-Dottingen

Ausgangspunkt der Exkursionen während der Projekttage war der Castellberg-Wanderparkplatz

Mit großem Interesse lauschten die Schulkinder den Informationen des Reptilienexperten Joachim Laufer
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