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Seit vier Jahren beschäftigt die Gemeinde Ballrechten-Dottingen einen Jugendreferenten. Nach einigen kurzfristigen Wechseln in dieser Funktion mit zwölf Stunden Beschäftigung, hat der Gemeinderat in Abstimmung mit dem Arbeitskreis Jugend die Tätigkeit auf 18 Stunden erhöht und Martin Baur aus Staufen eingestellt. Bürgermeister Bernd Gassenschmidt und seine Stellvertreterin Barbara Burgert überreichten ihm jüngst den Arbeitsvertrag.
Trotz des regen Vereinslebens ist diese Arbeit aus der Gemeinde nicht mehr wegzudenken, sind Gassenschmidt und Burgert sich einig. Durch die erhöhte Stundenzahl habe sich das Bewerber-Spektrum auf einem deutlich höheren Niveau bewegt, stellte Gassenschmidt zufrieden fest. Von vier Kandidaten überzeugte der 40-jährige Martin Baur den Gemeinderat mit einer eindrucksvollen persönlichen Präsentation. Von Beruf ist der neue Jugendreferent ursprünglich Schreiner. In den letzten Jahren arbeitete er jedoch in Rastatt im Rahmen der Jugendhilfe für das Jugendamt. Vorher war er in Berlin in der Jugendstraffälligenhilfe be-schäftigt.
Aufgewachsen ist Baur in der evangelischen Jugendarbeit. Deshalb freut er sich wieder auf die Aufgaben in der offenen Jugendarbeit. Hier sei kein Zwangskontext vorgegeben, sondern er müsse die Jugendli-chen motivieren. Das seien völlig andere Voraussetzungen, so Baur. In der Schule, im Sportheim und auf dem Rathausplatz werde er Kontakt mit den Jugendlichen suchen.
Nachdem das „Juze“ in den letzten Wochen auf „Sparflamme“ lief, sei wieder Kontinuität angesagt, findet er. Mittwochs von 17 bis 19 Uhr sowie freitags von 19 bis 24 Uhr sind feste Öffnungszeiten vorgesehen. Martin Baur beabsichtigt mit allen am Entwicklungsprozess Beteiligten im Gespräch zu bleiben, um möglicherweise noch einen weiteren Nachmittag anzubieten, der themenorientiert sein könnte, wenn Bedarf besteht, obwohl das „Juze“ grundsätzlich als offener Treff konzipiert ist.
Offen sei er beispielsweise für sportliche Aktivitäten wie Basketball, Rallyes und Fußball. Allerdings wolle er nur auf einem niederschwelligen Niveau Lust darauf machen. Die Bewegung solle Spaß machen ohne Leistung einzufordern. Denken kann sich Baur auch ein Projekt „Werkraum“, wenn er daran Interesse spürt. Pädagogisch-handwerklich wird er auch bei der Sanierung des Spielplatzes „Im Biefang“ mit den Jugendlichen Hand anlegen. Das ist bereits mit dem Rathaus abgesprochen. Am Kinderferienprogramm möchte er sich ebenfalls beteiligen. Angedacht ist eine dreitägige Mountainbike-Tour.
Barbara Burgert würdigte als Mitglied des Gemeinderates und des Ar-beitskreises Jugend besonders die Bereitschaft von Martin Baur, sich an den Jugendlichen orientieren zu wollen und auf Wunsch auch Samstag und Sonntag ein Angebot zu offerieren. Für den Einstieg in die neue Aufgabe wünschte sie ihm eine gute Hand. Martin Baur wird in einer Übergangszeit noch zur Hälfte weiter in Rastatt arbeiten, wo er den begonnenen Betreuungsprozess von Familien und Jugendlichen abschließen möchte.
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